Gefundene Beiträge: 1694

Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. (AdB) und Deutscher Bundesjugendring e. V. (DBJR)
2024
Die Handreichung richtet sich an Jugendverbände, Bildungsstätten und andere Träger der außerschulischen politischen Bildung. Sie klärt darüber auf, dass das parteipolitische Neutralitätsgebot ausschließlich für staatliche Organe gilt und nicht auf freie Träger übertragbar ist. Die fälschliche Anwendung dieses Gebots auf zivilgesellschaftliche Akteure wird häufig von rechten Gruppen instrumentalisiert, um deren Arbeit zu behindern und sie in ihrer demokratischen Bildungsarbeit zu verunsichern. Die Handreichung betont, dass freie Träger das Recht haben, sich klar gegen rassistische und rechtsextreme Positionen zu positionieren, ohne dabei gegen gesetzliche Vorgaben zu verstoßen. Zudem wird erläutert, dass der Beutelsbacher Konsens – insbesondere das Kontroversitätsgebot und das Überwältigungsverbot – nicht als Argument gegen eine kritische Auseinandersetzung mit antidemokratischen Strömungen missverstanden werden darf. Vielmehr sollen politische Bildungsangebote junge Menschen zur aktiven, wertebasierten Teilhabe in einer pluralistischen Demokratie befähigen.
Mehr erfahren: Mythos Neutralitätsgebot. Eine Handreichung
Deutschlandfunk
2025
Kinderarbeit wird in Deutschland oft übersehen, obwohl sie auch hier ein relevantes Thema ist. Trotz strenger gesetzlicher Regelungen – etwa dem Jugendarbeitsschutzgesetz, das nur leichte Tätigkeiten für Kinder über 13 Jahren erlaubt – arbeiten viele Kinder mehr als erlaubt, besonders in Bereichen wie Landwirtschaft, Gastronomie und Pflege. Studien zeigen, dass viele Kinder gesetzeswidrige Arbeiten verrichten, z. B. Nachtarbeit oder Tätigkeiten mit gefährlichen Maschinen. Ein neues Problemfeld sind zudem Kinder, die von ihren Eltern als „Familieninfluencern“ im Netz präsentiert werden. Kinderrechtsorganisationen wie Terre des Hommes und das Deutsche Institut für Menschenrechte fordern eine Reform der gesetzlichen Regelungen, mehr Aufklärung und Beteiligung von Kindern selbst. Die Bundesregierung sieht aktuell jedoch keinen Änderungsbedarf im Jugendarbeitsschutzgesetz.
Mehr erfahren: Warum Kinderarbeit in Deutschland ein unbeachtetes Problem ist
Ziba Vaghri, Roberta Ruggiero, Gerison Lansdown, CC-Attribution 4.0
2025
This open access book presents the first comprehensive set of indicators designed to measure how well the UN Convention on the Rights of the Child is being implemented. It outlines a framework based on structural, process, and outcome (SPO) indicators for each article of the Convention and emphasizes the importance of monitoring children’s rights. Developed through expert input and feedback from 2,000 children across 35 countries, the volume offers practical guidance for organizations such as the UN Committee on the Rights of the Child, governments, policymakers, and researchers. The indicators aim to support accountability and help evaluate government efforts in fulfilling their commitments to children's rights. Beschreibung in deutscher Sprache: Dieser Band stellt den ersten umfassenden Satz von Indikatoren vor, mit denen gemessen werden kann, wie gut die UN-Kinderrechtskonvention umgesetzt wird. Es skizziert einen Rahmen, der auf Struktur-, Prozess- und Ergebnisindikatoren (SPO) für jeden Artikel der Konvention basiert, und unterstreicht die Bedeutung der Überwachung von Kinderrechten. Der Band wurde auf der Grundlage von Expert:innenbeiträgen und dem Feedback von 2.000 Kindern aus 35 Ländern entwickelt und bietet praktische Anleitungen für Organisationen wie den UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, Regierungen, politische Entscheidungsträger:innen und Forschende. Die Indikatoren zielen darauf ab, die Rechenschaftspflicht zu unterstützen und die Bemühungen der Regierungen bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen in Bezug auf die Kinderrechte zu bewerten. Der gesamte Band ist als Open-Access-Ressource verfügbar.
Mehr erfahren: Children’s Rights-Based Indicators. Strengthening States´ Accountability to Children
Landesjugendring NRW e.V.
2023
Jugendringe vertreten die Interessen ihrer Mitgliedsorganisationen und die von Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen. Jugendringe sind Zusammenschlüsse von Jugendverbänden und -organisationen vor Ort. Sie bringen die Perspektiven junger Menschen in die Politik ein. Junge Menschen organisieren sich ehrenamtlich in Jugendorganisationen und -verbänden und bringen sich mit und für Themen ein, die ihnen wichtig sind. Die Aufgabe der Förderung von Jugendringen liegt bei den Kommunen. In der Broschüre werden Aspekte, die zur Gründung oder Reaktivierung eines Jugendrings wichtig sind, näher beschrieben: die rechtlichen Grundlagen, Aufgaben und Zielen, Zusammenarbeit, Themen, kommunale Akteur:innen, formale Voraussetzungen, Finanzen und Personal, Vorstand und Team, Aufgabenverteilung und Arbeitsweisen, gute Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung, Sichtbarkeit vor Ort und Öffentlichkeitsarbeit. Diese Broschüre soll kommunale Akteur:innen dazu motivieren, sich vor Ort zusammenzuschließen und einen Jugendring zu gründen oder zu reaktivieren.
Mehr erfahren: Jugendringe gründen. Jugendringe reaktivieren
Terre des Hommes Deutschland e.V.
2024
Die Ergebnisse des Reports zu Kinderarbeit in Deutschland zeigen, dass auch in Deutschland Kinder unter Bedingungen arbeiten, die ihre Rechte auf Entwicklung, Gesundheit, Sicherheit und Bildung verletzen. 14 von 37 befragten Kindern und Jugendlichen arbeiten in Tätigkeiten und unter Arbeitsbedingungen, die gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz verstoßen, wie etwa der Ausschank von Alkohol, Nachtarbeit oder der Umgang mit gefährlichen Werkzeugen. Nur 60 Verstöße wurden 2023 durch die zuständigen Aufsichtsbehörden der Länder und das Bundeskriminalamt gemeldet. In Deutschland leben mehr als 14 Millionen Minderjährige, entsprechend hoch dürfte die Dunkelziffer arbeitender Kinder und Jugendlicher sein. In dem Report wird ebenfalls auf pflegende Kinder und Jugendliche geschaut, deren Zahl vom Bundesfamilienministerium auf 480.000 geschätzt wird. Weiterhin wurden die Kanäle von 5 Familieninfluencer:innen beobachtet und die kinderrechtlichen Bedenken der Monetarisierung von Kindern in entsprechenden Geschäftsmodellen aufgezeigt. Terre des Hommes hat mit 37 arbeitenden Kindern aus unterschiedlichen sozialen Schichten in Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gesprochen. Jeweils die Hälfte der befragten Kinder kamen aus ländlichen Regionen und aus Städten. Die Befragung der arbeitenden Kinder ist nicht repräsentativ. Terre des Hommes hat Ministerien in allen 16 Bundesländern zu Kinderarbeit befragt und Berichte der Gewerbeaufsichtsämter und des Bundeskriminalamtes ausgewertet. Weiterhin wurde aktuelle wissenschaftliche Literatur sowie die Gesetzgebung zum Kinder- und Jugendarbeitsschutz mit Blick auf die Umsetzung der Bestimmungen in der UN-Kinderrechtskonvention bewertet. Für die Bewertung der Mitwirkung von Kindern in Kanälen kommerziell arbeitender Familieninfluencer:innen hat Terre des Hommes im Dezember 2023 die Beiträge auf fünf Kanälen von Familieninfluencer:innen analysiert.
Mehr erfahren: „Kinderarbeit? In Deutschland?“ Kinderarbeitsreport 2024
European Education and Culture Executive Agency (European Commission)
2024
This comparative overview follows up on the Commission’s Communication on the European Year of Youth and examines youth mainstreaming practices in 33 European countries. It focuses on integrating young people’s voices in policymaking, particularly through youth regulatory impact assessment (RIA) tools, known as ‘youth checks,’ in Belgium (Flemish Community), Germany, France, and Austria. Introduced as a legacy of the 2022 European Year of Youth, the ‘youth check’ ensures that EU policies reflect young people’s concerns. This comparative analysis explores the functioning of these instruments, highlighting differences, similarities, and best practices to foster peer learning. Beitrag auf Deutsch: Anknüpfend an die Ergebnisse zum Europäischen Jahr der Jugend hat die Europäischen Kommission Maßnahmen zur Förderung der Beteiligung und des Engagements junger Menschen definiert. In der Studie wird die Praxis Youth Mainstreaming in 33 europäischen Ländern untersucht. Der Schwerpunkt liegt auf der Einbeziehung der Stimmen junger Menschen in die Politikgestaltung, insbesondere durch die Instrumente der Gesetzesfolgenabschätzung für Jugendliche, die als „Jugend-Checks“ in Belgien (Flämische Gemeinschaft), Deutschland, Frankreich und Österreich bekannt sind. Der „Jugend-Check“ wurde im Rahmen des Europäischen Jahres der Jugend 2022 eingeführt und stellt sicher, dass die EU-Politik die Anliegen junger Menschen berücksichtigt. Diese vergleichende Analyse untersucht die Funktionsweise dieser Instrumente und hebt Unterschiede, Gemeinsamkeiten und bewährte Verfahren zur Förderung des Peer-Learning hervor.
Mehr erfahren: Youth mainstreaming, youth impact assessment and youth checks. A comparative overview
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
2024
Das Bundeskabinett hat am 29. Januar 2025 die Stellungnahme der Bundesregierung zum Ersten Fortschrittsbericht zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans "Neue Chancen für Kinder in Deutschland" (NAP) beschlossen. Die Stellungnahme stellt Maßnahmen und Prozesse des Bundes vor, mit denen die Teilhabe von sozial benachteiligten Kindern verbessert werden soll, um Armut und soziale Ausgrenzung von Kindern zu bekämpfen. Mit dem Nationalen Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ arbeitet die Bundesregierung daran, allen von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen Kindern und Jugendlichen gerechte Chancen zu garantieren. Sie setzen die Europäische Kindergarantie um und wollen bis zum Jahr 2030 gemeinsam mit Ländern, Kommunen sowie der Zivilgesellschaft für benachteiligte Kinder und Jugendliche bessere Zugänge zu Betreuung, Bildung, Erziehung, Gesundheit, Ernährung und Wohnraum ermöglichen. Generationenübergreifende Zyklen der Benachteiligung sollen auf diese Weise beendet werden.
Mehr erfahren: Erster Fortschrittsbericht zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“
Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV)
2017
Mit dem Jugend-Check werden die Auswirkungen geplanter Gesetzesvorhaben auf junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren geprüft und sichtbar gemacht. Die Ergebnisse der Jugend-Checks werden in den Gesetzgebungsprozess eingebracht. Die Prüfung wird anhand von wissenschaftlichen Kriterien durch das Kompetenzzentrum Jugend-Check durchgeführt. Es werden alle Gesetzesvorhaben der Bundesregierung geprüft, unabhängig vom Ressort. Die Prüfkriterien sind standardisiert und umfassen verschiedene Lebensbereiche junger Menschen, damit die Auswirkungen von Gesetzen systematisch und differenziert dargestellt werden können. Die Ergebnisse der Jugend-Checks werden der Stelle mitgeteilt, die für den Gesetzentwurf zuständig ist. Junge Menschen werden über verschiedene Beteiligungsformate in den Jugend-Check miteinbezogen. Der Jugend-Check trägt dazu bei, dass junge Menschen in Gesetzesvorhaben sichtbarer werden und sensibilisiert Politik, Verwaltung und Fachöffentlichkeit für die Belange junger Menschen. Die Zielgruppen des Jugend-Checks sind das jeweils federführende Ministerium und politische Entscheidungsträger:innen. Abgeordnete der federführenden und mitberatenden Fachausschüsse im Deutschen Bundestag werden mit den Jugend-Checks ebenfalls angesprochen. Der Jugend-Check eignet sich weiterhin zum Einsatz im Politikunterricht sowie in der außerschulischen politischen Bildungsarbeit, um Beteiligungsmöglichkeiten auszuprobieren und aufzuzeigen.Jugendseite zum Jugend-CheckJunge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren werden mit einer eigenen Jugendseite angesprochen, die ermöglicht, sich über die Jugend-Checks zu informieren und sich selbst an den Checks zu beteligen. Link: Jugend-Seite zum Jugend-Check in jugendgerechter SpracheJugend-Check-AppDie Jugend-Check App bietet die Möglichkeit, junge Menschen datenschutzkonform und anonym zu geplanten Gesetzesvorhaben zu befragen. Junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren können ihre Perspektiven zu einem geplanten Gesetz an das Kompentenzzentrum Jugend-Check senden. Die Ergebnisse werden ausgewertet und bei der Erstellung des Jugend-Checks berücksichtigt. Link: Jugend-Check-AppDer Jugend-Check ThüringenThüringen ist das erste Bundesland, das den Jugend-Check auf Landesebene eingeführt hat. Der Jugend-Check in Thüringen ist ein Instrument zur Gesetzesfolgenabschätzung nach dem Vorbild des Jugend-Checks auf Bundesebene. Für die Umsetzung wurden das Verfahren und das Prüfinstrument an die Thüringer Rahmenbedingungen angepasst. Link: Jugend-Check Thüringen
Mehr erfahren: Der Jugend-Check
European Union
2022
The EU Platform for Child Participation strengthens the voice of children and helps them to contribute to decision-making at EU level. The platform helps children and young people under the age of 18 to get in touch and talk to politicians and decision-makers. They discuss issues that affect their lives and exercise their rights as EU citizens. Children have the right to share their thoughts, feel safe and be cared for. These rights are set out in Article 24 of the Charter of Fundamental Rights of the EU. To fulfill this obligation, the EU has created a plan called the EU Strategy on the Rights of the Child based on feedback from 10,000 children. The plan, which was created with and for children, contains measures to protect the rights of all children in the EU. The Platform was set up in response to an important point in the Plan for the Rights of the Child: the right of children to participate in political and democratic life. The Platform is an initiative that works at EU and national level to provide a safe space for children to have their say in important decisions. The Secretariat is responsible for the day-to-day work of the Platform. It consists of a group of partners and experts, such as Save the Children and SOS Children's Villages, who bring together their professional skills and expertise on child participation. Child participation organizations based in the EU and their networks of children and young people can become members of the platform. Further information can be found on the website.
Mehr erfahren: EU Children’s Participation Platform
Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule
2024
In der Unterrichtseinheit erhalten Schüler:innen eine Einführung in die Menschenrechte und bewerten anschließend mithilfe eines Fragebogens die menschenrechtliche Situation an ihrer Schule. Die Kriterien für den Fragebogen sind aus der Europäischen Menschenrechtskonvention und ihren Zusatzprotokollen abgeleitet. In Kleingruppen können die Schüler:innen ihre Auswertungen besprechen. Anschließend werden die Ergebnisse der Klasse vorgestellt und eine Liste mit Handlungsmöglichkeiten erstellt, wie die Menschenrechte an der Schule besser umgesetzt werden können. Die Einheit wird ab der 7. Klasse empfohlen und kann zum Beispiel im Rahmen der Fächer Geschichte, Ethik und Politische Bildung umgesetzt werden. Auf der Website findet sich eine Übersicht mit Ablauf, Methoden, Lernzielen, rechtlichen Grundlagen sowie didaktischen Hinweisen zur Umsetzung.
Mehr erfahren: Meine Schule aus der Sicht der Menschenrechte© 2025 National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V.