
Florian Höhne, Konstantin Lindner, Manfred L. Pirner, Lizenz: CC-BY-SA 4.0
2026
In dem Fachartikel wird das Phänomen des Kidfluencings im Spannungsfeld zwischen Teilhabe und Schutzrechten betrachtet. Ausgehend von der UN-Kinderrechtskonvention argumentieren die Autor:innen, dass Kidfluencing zwar Potenziale für Selbstverwirklichung, Partizipation und Kompetenzerwerb bietet, zugleich jedoch erhebliche Risiken birgt: Insbesondere werden Verletzungen der Privatsphäre, wirtschaftliche Ausbeutung, unklare Arbeitsverhältnisse sowie Belastungen für Entwicklung und Wohlbefinden problematisiert. Kinder handeln häufig nicht vollständig autonom, sondern unter Einfluss oder Kontrolle von Eltern und kommerziellen Interessen, wodurch ihre Rechte auf Schutz und freie Entfaltung gefährdet sein können. Insgesamt kommt der Beitrag zu dem Schluss, dass Kidfluencing in einer rechtlichen Grauzone liegt und stärkere Regulierung sowie eine konsequente Orientierung am Kindeswohl erforderlich sind, um Rechteverletzungen zu vermeiden.Der Fachartikel sowie der gesamte Band Digitalitätsethische Souveränität. Theologische und religionsdidaktische Perspektiven auf Influencer:innen sind als PDF kostenfrei verfügbar. Der vorgestellte Artikel kann auf den Seiten 135 – 150 nachgelesen werden.
Mehr erfahren: Kidfluencing aus kinderrechtlicher Perspektive: Selbstverwirklichung oder Rechtsverletzung?
Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V. (nifbe)
2026
Der Artikel beschreibt die kollegiale Fallberatung als strukturierte, praxisnahe Methode der gegenseitigen Beratung unter Fachkräften, bei der herausfordernde Fragestellungen in einer Gruppe systematisch reflektiert und lösungsorientiert bearbeitet werden. Neben Kollegialer Fallberatung werden Begriffe wie Kollegiale Beratung, Kollegiale Supervision, Kollegiale Fallsupervision, Fallbesprechung oder Intervision synonym verwendet. Zentrales Merkmal ist ein klarer, moderierter Ablauf in mehreren Phasen (z. B. Fallvorstellung, Perspektivwechsel, Hypothesenbildung und Entwicklung von Lösungen), der die Nutzung unterschiedlicher Erfahrungen und Sichtweisen ermöglicht. Ziel ist es, durch den Austausch auf Augenhöhe ein tieferes Fallverständnis sowie neue Handlungsoptionen zu entwickeln. Die Ergebnisse zeigen, dass die Methode sowohl die individuelle Handlungskompetenz und Reflexionsfähigkeit stärkt als auch zur Professionalisierung, Teamkultur und Organisationsentwicklung beiträgt, vorausgesetzt, es bestehen geeignete Rahmenbedingungen wie Vertrauen, Verbindlichkeit und klare Rollenstrukturen.
Mehr erfahren: Kollegiale Fallberatung – eine Methode mit Potenzial
Vodafone Stiftung Deutschland gGmbH
2025
Die Jugendstudie basiert auf einer Online-Befragung (CAWI) von 1.046 Jugendlichen im Alter von 14–20 Jahren zwischen Mapril und Mai 2025 in Deutschland, durchgeführt von infratest dimap. Untersucht wurden Nutzung, Motive und Auswirkungen sozialer Medien auf Wohlbefinden und Lernen sowie Strategien der Selbstregulation.Die Ergebnisse zeigen ein ambivalentes Nutzungsverhältnis: Soziale Medien sind zentraler Bestandteil des Alltags und werden oft positiv erlebt, gleichzeitig verbringen rund drei Viertel der Jugendlichen mehr Zeit online als gewünscht, und etwa ein Drittel berichtet von belastenden Gefühlen wie Stress oder Überforderung. Viele reflektieren ihr Verhalten und entwickeln eigene Regulierungsstrategien wie das Abschalten von Benachrichtigungen, schaffen es jedoch häufig nicht, ihre Nutzung dauerhaft zu reduzieren. Gleichzeitig besteht ein starker Wunsch nach Unterstützung, insbesondere durch Schule und Medienbildung, statt ausschließlich restriktiver Maßnahmen.
Mehr erfahren: Zwischen Bildschirmzeit und Selbstregulation. Soziale Medien im Alltag von Jugendlichen
Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA)
2019
In der Expertise geht es darum, dass soziale Ungleichheiten wie Rassismus, Klassismus oder Sexismus häufig nicht isoliert, sondern gleichzeitig und miteinander verflochten wirken (Intersektionalität). Es wird aufgezeigt, wie das Konzept der Intersektionalität genutzt werden kann, um Jugendarbeit und politische Bildung sensibler für unterschiedliche Lebensrealitäten zu gestalten. Gleichzeitig wird betont, dass die praktische Umsetzung herausfordernd ist, da komplexe Machtverhältnisse berücksichtigt werden müssen und pädagogische Ansätze flexibel bleiben sollten, um Diskriminierungen entgegenzuwirken.
Mehr erfahren: Intersektionalität als Bezugspunkt in Jugendarbeit und politischer Bildung? Herausforderungen eines beweglichen Modells
Raphael Bak, Claudia Machold
2022
In dem Band wird in Fachbeiträgen untersucht, wie verschiedene gesellschaftliche Ungleichheiten (z. B. Herkunft, Geschlecht, Sprache oder Behinderung) das Aufwachsen von Kindern gleichzeitig beeinflussen und miteinander verflochten sind. Es zeigt, dass Kindheit nicht einheitlich erlebt wird, sondern stark von diesen Überschneidungen geprägt ist. Dabei werden theoretische Ansätze, empirische Studien und praktische Perspektiven verbunden und analysiert, wie Diskriminierung und Ungleichheit in Bildungs- und Erziehungskontexten entstehen, wirken und pädagogisch bearbeitet werden können.
Mehr erfahren: Kindheit und Kindheitsforschung intersektional denken. Theoretische, empirische und praktische Zugänge im Kontext von Bildung und Erziehung
Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen der Stiftung Universität Hildesheim, Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
2025
Die Arbeitsmaterialien für die fallorientierte Lehre zeigen auf, dass Flucht- und Migrationserfahrungen ein zentraler Bestandteil der Lebensrealität vieler Kinder in Deutschland sind und eine diskriminierungskritische, inklusive Ausrichtung der Kindheitspädagogik nötig ist. Theoretische Grundlagen zu Flucht, Migration, Kindheitsbildern und Rassismuskritik werden mit intersektionalen Perspektiven verbunden, ohne die Handlungsmacht von Kindern aus dem Blick zu verlieren. Anhand ethnografisch fundierter Fallvignetten und didaktischen Anregungen werden Einblicke in die Lebenswelten geflüchteter Kinder gegeben und konkrete Zugänge für die pädagogische Arbeit aufgezeigt. Dozierende und pädagogische Fachkräfte, die zu Fluchtmigration, Kindheit und Pädagogik arbeiten, sollen mit den Materialien in ihrer diversitätsbewussten und machtkritischen Praxis gestärkt werden.
Mehr erfahren: Wege zu einer intersektionalen und inklusiven pädagogischen Praxis in der Begleitung von Kindern und Familien mit Fluchterfahrung
Waldschlösschen Verlag
2020
In den Fachbuch geht es darum, wie Hochschullehre – insbesondere in der Lehrer*innenbildung – intersektional, also unter Berücksichtigung sich überschneidender sozialer Ungleichheiten wie Geschlecht, Sexualität und Herkunft gestaltet werden kann. Es werden theoretische Grundlagen der Intersektionalität mit konkreten didaktischen und methodischen Ansätzen verbunden, um Diskriminierung zu reflektieren und Vielfalt (insbesondere sexuelle und geschlechtliche) in Lehr-Lern-Prozessen sichtbar zu machen und wertzuschätzen. Ziel ist es, angehende Lehrkräfte zu einer machtkritischen und diskriminierungssensiblen pädagogischen Praxis zu befähigen und Hochschullehre insgesamt inklusiver und gerechter zu gestalten.
Mehr erfahren: Intersektionale Hochschullehre in der Lehramtsausbildung – Mit didaktisch-methodischen Ansätzen für vielfältige sexuelle und geschlechtliche Lebensweisen
Forum Kinder- und Jugendsport
2025
Im Herbst 2024 werden Kinderrechte erstmals explizit in der Jugendordnung der Deutschen Sportjugend (DSJ) benannt und ergänzt den Grundsatz- und Wertekanon. Die Autorin des Fachartikels zeigt, dass Sport ein zentraler Lebensbereich von Kindern und jungen Menschen ist, in dem ihre Rechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe aktiv umgesetzt werden müssen. Dabei wird betont, dass Kinder im Sport nicht nur teilnehmen, sondern als eigenständige Rechtsträger:innen ernst genommen werden sollen – mit Anspruch auf Mitbestimmung, gewaltfreie Umgebungen und gleiche Teilhabechancen. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass es in der Praxis noch Defizite gibt, etwa bei Beteiligungsstrukturen, beim Kinderschutz oder beim Abbau von Zugangshürden. Kinderrechte sollten in der Sportpraxis mit jungen Menschen als Maßstab verankert und nicht nur formal anerkannt, sondern systematisch im sportlichen Alltag gelebt werden.Der Artikel ist erschienen in: Forum Kind Jugend Sport 6, S. 3–6 (2025).
Mehr erfahren: Kinderrechte im Sport
Europäische Union
2024
In der Studie werden internationale Kindesentführungen durch Eltern aus der EU in Drittstaaten analysiert und aufgezeigt, dass das zentrale Instrument – das Haager Übereinkommen von 1980 – zwar grundsätzlich wirksam ist und die Rückführung entführter Kinder sich deutlich verbessert hat, seine Anwendung jedoch mit erheblichen praktischen Problemen verbunden ist. Insbesondere bestehen Unterschiede in der Umsetzung zwischen Staaten, Schwierigkeiten bei Fällen mit häuslicher Gewalt sowie große Herausforderungen bei Entführungen in Staaten, die dem Übereinkommen nicht beigetreten sind. In der Studie werden die teils gravierenden Folgen für Kinder und Eltern betont und für stärkere internationale Zusammenarbeit plädiert, für bessere Schutzmechanismen z. B. bei Gewaltkontexten, mehr Mediation sowie eine Weiterentwicklung und Pflege des bestehenden Rechtsrahmens, um ihn an gesellschaftliche Veränderungen anzupassen.
Mehr erfahren: Parental Child Abductions to Third Countries
Kulturelle Bildung Online, Lizenz: cc-by-nc-nd 4.0
2026
In dem Artikel werden die Ergebnisse des Projekts MindCare zur Bedeutung kultureller Bildung für die mentale Gesundheit junger Menschen beschrieben. Auf Grundlage einer Befragung von Jugendlichen wird dargestellt, dass kreative Orte wie Theater jungen Menschen dabei helfen, Gefühle auszudrücken, Selbstwirksamkeit zu erfahren und sich sicher und wohl zu fühlen – zentrale Faktoren zur Stärkung von Resilienz und sozio‑emotionaler Entwicklung. Dabei wird deutlich, dass kulturelle Bildungsräume nicht nur künstlerische Aktivitäten bieten, sondern auch wichtige psychosoziale Schutzräume sind, die junge Menschen unterstützen, Belastungen zu bewältigen und ihre Kinderrechte auf Schutz, Teilhabe und gesundes Aufwachsen zu verwirklichen.
Mehr erfahren: „Das Theater war für mich immer ein sicherer Ort“: Wie kreative Räume Jugendliche stärken und Resilienz fördern© 2025 National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V.