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Sabine Achour, Matthias Sieberkrob, Detlef Pech, Johanna Zelck, Philip Eberhard
2025
Was kann alles unter Demokratiebildung verstanden werden? Welche Ansätze zur theoretischen Reflexion und praktischen Umsetzung von Demokratiebildung gibt es in den verschiedenen Schulformen? Die Autor:innen setzen sich in ihren Beiträgen kritisch mit gesellschaftspolitischen und pädagogischen Perspektiven auseinander. Sie diskutieren spezifische Herausforderungen der Demokratiebildung wie Inklusion, Partizipation und den Umgang mit Ideologien der Ungleichwertigkeit. Vor dem Hintergrund der Zunahme von Rechtspopulismus, der Verbreitung menschenfeindlicher Einstellungen und Handlungen wie Antisemitismus, Rassismus, Antifeminismus, Verschwörungsglauben und einer zunehmenden Billigung und Realisierung verbaler und körperlicher Gewalt gegen Politiker:innen und Andersdenkende entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen politischer Bildung, Demokratieförderung und Prävention. Demokratiebildung sollte hier als Realisierung der Kinder- und Menschenrechte und des Anspruchs an Inklusion in Schulen verstanden werden. Die Vielfalt der fachdidaktischen Perspektiven in den Beiträgen bietet eine interdisziplinäre Grundlage zur Verankerung von Demokratiebildung als Querschnittsaufgabe in der Schule. Das Handbuch ist kostenfrei als Open Access über den externen Link verfügbar.
Mehr erfahren: Handbuch Demokratiebildung und Fachdidaktik. Band 1: Grundlagen und Querschnittsaufgaben
Justice and Environment (J&E)
2025
Katja Dozsa focuses in her webinar on children's climate rights, emphasizing their inclusion in environmental decision-making. It highlights the severe impacts of climate change on children, including health risks, psychological distress, and exacerbated social inequalities. She argues that children should be recognized as active climate citizens, not just passive affected persons, and should participate in policy-making, protests, and international discussions. Despite legal frameworks like the UN Convention on the Rights of the Child and the European Convention on Human Rights, children lack direct political influence, necessitating legal safeguards and institutional support. She calls for stronger legal frameworks, better access to justice, and increased awareness to ensure meaningful child participation in climate governance. The webinar, which took place as part of the Enrich project, can also be found on the website of the environmental law network Justice and Environment, along with other contributions. Beschreibung auf Deutsch: Katja Dozsa gibt einen Überblick über die Klimarechte von Kindern und betont deren Einbeziehung in umweltpolitische Entscheidungen. Sie hebt die schwerwiegenden Auswirkungen des Klimawandels auf Kinder hervor, darunter gesundheitliche Risiken, psychische Probleme und verschärfte soziale Ungleichheiten. Sie argumentiert, dass Kinder als aktive Klimabürger und nicht nur als passive Leidtragende anerkannt werden und an politischen Entscheidungen, Protesten und internationalen Diskussionen teilnehmen sollten. Trotz rechtlicher Rahmenbedingungen wie der UN-Kinderrechtskonvention und der Europäischen Menschenrechtskonvention haben Kinder keinen direkten politischen Einfluss, was rechtliche Absicherungen und institutionelle Unterstützung erforderlich macht. Sie fordert einen stärkeren Rechtsrahmen, einen besseren Zugang zur Justiz und eine stärkere Sensibilisierung, um eine sinnvolle Beteiligung von Kindern an der Klimapolitik zu gewährleisten. Das Webinar wurde im Rahmen des Enrich-Projektes durchgeführt und kann, neben weiteren Beiträgen, auch auf der Website des europäischen Umweltrecht-Netzwerks Justice and Envoronment gefunden werden.
Mehr erfahren: Climate rights, climate citizens with special regard to children
Deutsches Kinderhilfswerk e.V., Kinderfreundliche Kommunen e. V.
2023
Auf dem Infoportal finden Mitarbeitende in Städten und Gemeinden Informationen dazu, wie Kinderrechte im Verwaltungshandeln zu berücksichtigen sind. Die gesammelten Materialien sollen dabei unterstützen, Angebote, Planungen und Strukturen auf kommunaler Ebene im Sinne der Interessen von Kindern zu verbessern. Die Materialien auf dem Infoportal Kinderrechte in Kommunen umfassen zum Beispiel Checklisten, Satzungen, Fachartikel, Erklärvideos, Gutachten, Arbeitshilfen, Beteiligungsmethoden und Konzepte. Das Portal richtet sich an Mitarbeiter:innen in Verwaltungen und politische Entscheidungsträger:innen in Kommunen wie zum Beispiel Bürgermeister:innen und Gemeinderäte.
Mehr erfahren: Infoportal: Kinderrechte in Kommunen
Migration und Soziale Arbeit, Ausgabe 1
2024
Die Ausführungen machen deutlich, wie frühkindliche Bildungseinrichtungen trotz des Anspruchs, Bildungsungleichheit abzubauen, rassistische Ungleichheiten (re-)produzieren können. Basierend auf zwei qualitativen Forschungsprojekten in Berlin (2021–2023) identifizieren die Autor:innen, dass institutionelle Ausschlussprozesse sowohl den Zugang zu Kitas als auch die Lernumgebung beeinflussen. Wissensbestände, Handlungspraktiken und strukturelle Rahmenbedingungen tragen zur Reproduktion von Rassismus bei. Es fehlen etablierte Strategien zur Thematisierung und zum Umgang mit Rassismus in Kitas, und eine unzureichende Professionalisierung erschwert die effektive Bearbeitung von Diskriminierung. Die Autor:innen betonen die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit Auswahlkriterien, Repräsentation und Beschwerdewegen, um inklusive und diskriminierungskritische Bildung zu gewährleisten.
Mehr erfahren: Institutioneller Rassismus in Kindertageseinrichtungen. Erscheinungsformen und Handlungsstrategien
Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV)
2017
Mit dem Jugend-Check werden die Auswirkungen geplanter Gesetzesvorhaben auf junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren geprüft und sichtbar gemacht. Die Ergebnisse der Jugend-Checks werden in den Gesetzgebungsprozess eingebracht. Die Prüfung wird anhand von wissenschaftlichen Kriterien durch das Kompetenzzentrum Jugend-Check durchgeführt. Es werden alle Gesetzesvorhaben der Bundesregierung geprüft, unabhängig vom Ressort. Die Prüfkriterien sind standardisiert und umfassen verschiedene Lebensbereiche junger Menschen, damit die Auswirkungen von Gesetzen systematisch und differenziert dargestellt werden können. Die Ergebnisse der Jugend-Checks werden der Stelle mitgeteilt, die für den Gesetzentwurf zuständig ist. Junge Menschen werden über verschiedene Beteiligungsformate in den Jugend-Check miteinbezogen. Der Jugend-Check trägt dazu bei, dass junge Menschen in Gesetzesvorhaben sichtbarer werden und sensibilisiert Politik, Verwaltung und Fachöffentlichkeit für die Belange junger Menschen. Die Zielgruppen des Jugend-Checks sind das jeweils federführende Ministerium und politische Entscheidungsträger:innen. Abgeordnete der federführenden und mitberatenden Fachausschüsse im Deutschen Bundestag werden mit den Jugend-Checks ebenfalls angesprochen. Der Jugend-Check eignet sich weiterhin zum Einsatz im Politikunterricht sowie in der außerschulischen politischen Bildungsarbeit, um Beteiligungsmöglichkeiten auszuprobieren und aufzuzeigen.Jugendseite zum Jugend-CheckJunge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren werden mit einer eigenen Jugendseite angesprochen, die ermöglicht, sich über die Jugend-Checks zu informieren und sich selbst an den Checks zu beteligen. Link: Jugend-Seite zum Jugend-Check in jugendgerechter SpracheJugend-Check-AppDie Jugend-Check App bietet die Möglichkeit, junge Menschen datenschutzkonform und anonym zu geplanten Gesetzesvorhaben zu befragen. Junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren können ihre Perspektiven zu einem geplanten Gesetz an das Kompentenzzentrum Jugend-Check senden. Die Ergebnisse werden ausgewertet und bei der Erstellung des Jugend-Checks berücksichtigt. Link: Jugend-Check-AppDer Jugend-Check ThüringenThüringen ist das erste Bundesland, das den Jugend-Check auf Landesebene eingeführt hat. Der Jugend-Check in Thüringen ist ein Instrument zur Gesetzesfolgenabschätzung nach dem Vorbild des Jugend-Checks auf Bundesebene. Für die Umsetzung wurden das Verfahren und das Prüfinstrument an die Thüringer Rahmenbedingungen angepasst. Link: Jugend-Check Thüringen
Mehr erfahren: Der Jugend-Check
Journal of Contemporary European Studies Volume 33
2025
The article examines how far-right parties across Europe approach education policy. Traditionally, political parties have viewed education as a tool for redistributing opportunities and promoting social mobility. However, this study reveals that far-right parties prioritize education as a means to disseminate conservative and nativist values, focusing on cultural transmission rather than egalitarian objectives. By integrating existing research with six new case studies from various European countries, the authors highlight the strategies of these parties in shaping education to align with their ideological goals. This cultural emphasis in education policy reflects the far-right's broader agenda to influence societal norms and identity. Understanding these dynamics offers insights into the potential impact of far-right ideologies on the future of European education systems and societal structures. Beschreibung auf Deutsch: In dem Artikel wird die Bildungspolitik rechtsextremer Parteien in Europa untersucht. Während traditionelle Parteien Bildung oft als Mittel zur Umverteilung von Chancen betrachten, nutzen rechtsextreme Parteien Bildung primär zur Vermittlung konservativer und nativistischer Werte. Diese Parteien betonen kulturelle Aspekte der Bildung, um ihre ideologischen Ziele zu fördern. Der Artikel integriert bestehende Forschung mit sechs neuen Fallstudien aus verschiedenen europäischen Ländern. Diese Fallstudien zeigen, dass rechtsextreme Parteien Bildungspolitik nutzen, um ihre kulturellen Werte zu verbreiten und ihre politische Agenda zu stärken. Durch diese Fokussierung auf die kulturelle Dimension der Bildung bieten die Autor:innen Einblicke in die Strategien dieser Parteien und deren potenzielle Auswirkungen auf die zukünftige Gestaltung europäischer Bildungssysteme und Gesellschaften.
Mehr erfahren: Far-right parties and the politics of education in Europe
Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen e.V. (IGfH) und Institut für Sozial und Organisationspädagogik, Stiftung Universität Hildesheim
2024
In dieser Broschüre geht es um den Übergang, wenn junge Menschen stationäre Erziehungshilfen wie Wohngruppen, Pflegefamilien oder andere betreute Wohnformen verlassen. Dieser Übergang wird Leaving Care (Englisch: die Pflege verlassen) genannt. Der Übergang ins Erwachsenenleben ist für die jungen oft Menschen sehr kompliziert. Ab dem Auszug aus stationären Hilfeformen müssen sie sich selbst um ihren Lebensunterhalt kümmern. Dafür können junge Menschen arbeiten gehen und ein eigenes Einkommen erzielen, sie können Ausbildungshilfen erhalten oder Bürger:innengeld bekommen. Weiterhin ist es wichtig zu schauen, ob weitere Unterstützung und Begleitung durch die Kinder- und Jugendhilfe oder durch andere Sozialrechtskreise benötigt wird. Die Broschüre gibt Informationen zu den Rechten auf Betreuungsleistungen und finanzielle Unterstützung innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe, im Übergang und in nachgehenden Sozialleistungssystemen, die in Anspruch genommen werden können. Er richtet sich u. a. an Care Leaver*innen, Fachkräfte und Pflegeeltern.
Mehr erfahren: Rechte von Care-Leaver*innen
Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
2019
Ein vom Deutschen Kinderhilfswerk beauftragtes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention in vielen Bereichen des kommunalen Handelns angewendet und umgesetzt werden müssen. Die Umsetzung der Kinderrechte ist daher eine Querschnittsaufgabe der Kommunen. In dem Gutachten wird insbesondere geprüft, welche Rechtsfolgen und Pflichten sich aus den Artikeln 3, dem Vorrang des Kindeswohls und Artikel 12, der Berücksichtigung des Kindeswillens, für das kommunale Verwaltungshandeln ergeben. Mit Handlungsempfehlungen werden Mitarbeitenden in kommunalen Verwaltungen Hinweise an die Hand gegeben, wie Rechtspflichten eingehalten werden können.
Mehr erfahren: Gutachten: Kinderrechte im kommunalen Verwaltungshandeln
Annedore Prengel & Ursula Winklhofer
2014
Die Beziehungen zwischen Pädagog:innen und Kindern und Jugendlichen sind wegweisend für die weiteren Bildungsstationen der jungen Menschen. Werden Kinder und Jugendliche von Pädagog:innen anerkannt und ermutigt oder werden sie gedemütigt und verletzt? Der Band richtet sich an Wissenschaftler:innen, Studierende und Praktiker:innen aus allen bildungswissenschaftlichen Disziplinen, pädagogischen Arbeitsfeldern und Fachgebieten. Band 2 gibt erstmals einen Überblick über Vorhaben in der internationalen menschen- und kinderrechtlich orientierten Beziehungsforschung. Theoretische Grundlagen und deren Verortung in den Kinderrechten werden dargelegt, wissenschaftliche Debatten und internationale Forschungsfelder werden vorgestellt. Verschiedene Aspekte der kinderrechtlichen Forschung werden in Beiträgen der Forschung zu Diskriminierung, Gewalt und deren Konsequenzen für die Lern- und Leistungsmotivation von Schüler:innen aufgezeigt. Einzelne Studien und ihre Befunde zur Gestaltung pädagogischer Beziehungen und ihrer kinderrechtlichen Verbesserung werden diskutiert.
Mehr erfahren: Kinderrechte in pädagogischen Beziehungen. Band 2: Forschungszugänge
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
2025
Der Bericht zum Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung fasst die Ergebnisse eines bundesweiten Dialogprozesses zusammen, in dem junge Menschen gemeinsam mit Politik und Fachpraxis Empfehlungen erarbeitet haben, um ihre Beteiligung zu stärken: Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach echter Mitbestimmung auf Augenhöhe, besseren Rahmenbedingungen, verständlicher Kommunikation sowie verbindlichen Beteiligungsstrukturen, ergänzt durch konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis, um Kinder- und Jugendbeteiligung langfristig wirksamer und inklusiver umzusetzen.
Mehr erfahren: Der Nationale Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung – Abschlussdokumentation© 2025 National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V.